Im Mittelalter hatte das Cassius – Stift, dessen Kirche das heutige Bonner Münster ist, in seinem Besitz eine Reihe von Weinbergen. In einer päpstlichen Urkunde von 1131 werden Besitzungen, u.a. auch an der Ahr genannt.

Seit dem 17.Jahrhundert steht im Bonner Münster ein Altar, der dem Hl. Urban, dem Patron der Winzer gewidmet ist, der sogenannte Krippenaltar – übrigens ein Geschenk der Weinbergpächter.

 

Wie kam das Stift an die Weinberge?

Die Stiftsherren brachten das ihnen zustehende Erbteil, in der Hauptsache Gebäude und Liegenschaften, bisweilen auch Teile des Zehnten, die abgabepflichtige Landwirte ihrem Gutsherrn zu entrichten hatten, mit, wenn sie in das Stift eintraten.
So wurde das Cassius-Stift im Mittelalter zu einem der bedeutendsten Grundherren in der Region.

Die Capellani verrichteten ihre kirchlichen Funktionen an bestimmten Altären in der Stiftskirche im Sinne der Stifter. Der Barbara-Altar im Münster hatte z.B. in Remagen-Birgel einen Weinberg von dreiviertel Morgen. Die Clause der Zisterzienserinnen in Birgel lieferte dem Altar jährlich 1 /6 Fuder Weißwein, wie die Pfarrkirche von Birgel anerkennt und durch Urkunde bescheinigt.
Die Ausbreitung des Stiftsbesitzes zog sich von Bonn aus bereits im 9. Jahrhundert über Meckenheim bis zur Ahr. Die Urkunde von 1131 nennt ausdrücklich die Kirche in Wadenheim (heute Stadtteil von Bad Neuenahr).

Einige Beispiele aus den Stiftsbesitzungen:

Ahrweiler 2 Morgen WeinbergeKarweiler 6 Morgen Weinberge
Marienthal ½ Morgen Weinberge
Mayschoss 16 Morgen Weinberge
Wadenheim 36 ½ Morgen Weinberge

In der Säkularisation wurde das Cassius-Stift 1802 aufgelöst und sein ganzer Besitz zum Nationaleigentum erklärt und später überwiegend verkauft.